Der Helm der Woche 12|69

Die Kapitänsmütze

 
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Vom Traum- zum Alptraumschiff
 

Der Kapitän

Vom Traum- zum Alptraumschiff

Als am Freitag, dem 13. Januar, um 21.45 Uhr vor der Küste der italienischen Insel Giglio die Costa Concordia verunglückte, hat mit dem Kreuzfahrtschiff auch ein mythischer Berufsstand schweren Schaden genommen. In der ZDF Fernsehserie Traumschiff beispielsweise, da war es der Kapitän Hans Hansen (gespielt von dem inzwischen verstorbenen Heinz Weiss); ein schneidiger Grandseigneur, der immer den Überblick behielt und furchtlos sein Leben für das der Passagiere opfern würde. Einer, der erfüllt war von Werten wie Disziplin, Umsicht und Verantwortungsbewusstsein. Einer, der so ganz anders war als dieser Francesco Schettino, der Kapitän der Costa Concordia.

Und wenn all das stimmt, was über Schettino kolpotiert wird, dass er zum Beispiel absichtlich zu nah am Ufer entlangfuhr, dass er seinen fatalen Fehler zu vertuschen suchte, zu spät evakuieren ließ und dann unter den Ersten war, die sich an Land retteten - dann gerät das Weltbild vieler Kreuzfahrttouristen ins Wanken. Und es verblasst der Mythos des maritimen Halbgottes in weiss.

 
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Die Kapitänsausbildung
 

Kapitäne und Kapitäninnen führen Container- und andere Frachtschiffe, Behördenschiffe sowie Fähr- und Passagierschiffe (mit einem bestimmten Befähigungszeugnis dürfen sie Fracht- und Fahrgastschiffe nur bis zu einer maximalen Bruttoraumzahl von 6.000 führen). Ihnen obliegt die Durchführung aller durch Gesetze und sonstige Rechtsvorschriften übertragenen Aufgaben und Verantwortlichkeiten als Schiffsführer/innen, z.B. die Gewährleistung der Sicherheit der Besatzung und die Verhütung von Unfällen, von Meeresverschmutzungen und sonstigen Belastungen der Meeresumwelt.

In der Regel wird für den Zugang zur Tätigkeit das Befähigungszeugnis "Kapitän" gefordert.

Die Seediensttauglichkeit muss nachgewiesen werden.

Qualifizierungswege, die zu diesem Beruf führen:

Nautiker (Fachschule)/Nautikerin (Fachschule)

Nautiker/Nautikerin (Hochschule)

 
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Aufgaben und Tätigkeiten
 

Nautiker/innen

übernehmen je nach Befähigungsnachweis unterschiedliche Aufgaben. Mit Abschluss des Studiums erhalten sie das Befähigungszeugnis Nautische/r Wachoffizier/in, nach einer 12-mo-natigen nachzuweisenden Seefahrtszeit kann das Zeugnis über die Befähigung Erste/r Offizier/in und nach weiteren 12 Monaten bzw. insgesamt 24 Monaten das Befähigungszeugnis Kapitän/in er-worben werden.

Nautische Wachoffiziere und offizierinnen

assistieren bei der Navigation und achten auf die Einsatzfähigkeit der technischen Einrichtungen auf der Brücke. Als Sicherheitsoffiziere bzw. offizierinnensorgen sie für die Einsatzfähigkeit von Rettungsbooten oder Feuerschutzvorrichtungen und die Ausbil-dung von Rettungsmannschaften.


Vorrangige Aufgaben der Ersten Nautischen Schiffsoffiziere und offizierinnen sind die Wahrnehmung des Brückenwachdienstes (Seewache) sowie das sichere Stauen, Transportieren und Löschen der Ladung. Als Stellvertreter/innen des Kapitäns oder der Kapitänin sind sie in dessen bzw. deren Abwesenheit für die sichere Navigation des Schiffes verantwortlich.

 
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Voraussetzungen
 

Zugang zur Tätigkeit

Um als Nautiker/in zu arbeiten, muss man einen entsprechenden Hochschulabschluss (z.B. Bachelor-abschluss) nachweisen.

Zulassungsvoraussetzungen für das Studium

- an Fachhochschulen: die Fachhochschulreife

Zudem sind die notwendigen Voraussetzungen (z.B. Seediensttauglichkeit oder Mindestalter) gemäß der Schiffsoffizier-Ausbildungsverordnung für den Erwerb des Befähigungszeugnisses "Nautischer Wachoffizier" zu erbringen.
Darüber hinaus wählen die Hochschulen ihre Studierenden auch zunehmend durch eigene Zulas-sungsverfahren aus.

 
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Inhalte des Studiums
 

Die Studierenden besuchen Vorlesungen, Seminare und praktische Übungen an der Hochschule, z.B.

Navigation - Manövrieren - Meteorologie - Seehandelsrecht
Schiffstheorie - Wachdienst - Notfallmanagement
Betriebswirtschaftslehre- Ladung - Informatik - Englisch