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DER HELM DER WOCHE 3|69
Der Stechhelm
 

DER HELM DER WOCHE 3|69

Deutscher Stechhelm um 1500 (wahrscheinlich aus Nürnberg stammend)

Der Stechhelm

Als Stechhelm, auch Krötenkopfhelm, wird ein schwerer Turnierhelm des 15. und frühen 16. Jahrhunderts bezeichnet. Er zählt daneben auch zu den heraldischen Symbolen. Der Stechhelm ging zu Beginn des 15. Jahrhunderts aus dem Kübelhelm hervor und wurde ausschließlich zum Stechzeug getragen, womit eine Turnierrüstung für den als Tjost oder Gestech bezeichneten Zweikampf zu Pferd mit stumpfer Lanze gemeint ist. Er bestand aus einer Scheitelplatte mit eingelassenem Sehschlitz, einer besonders dicken vorderen Helmwand mit schiffsbugartiger Form sowie einer hinteren Helmwand mit abgesetztem Hinterkopfteil. Zudem waren manche Stechhelme seitlich mit einem aufklappbaren Helmfenster versehen, welches der Belüftung diente.

Aufgrund seines hohen Gewichts wurde der Stechhelm ursprünglich am Harnisch festgeschnallt. Im späten 15. Jahrhundert wurde es üblich, den Helm mit mehreren Schrauben an der Harnischbrust und mit einer so genannten Helmzagelschraube am Harnischrücken zu befestigen. Unter dem Helm trug der Reiter stets eine gefütterte Haube, die als Stechhaube oder Harnischhaube bezeichnet wird. Diese wurde mit Lederriemen und Schnüren so am Stechhelm befestigt, dass eine gewisse Bewegungsfreiheit des Kopfes gewährleistet blieb. Die Stechhaube verringerte sowohl die Verletzungsgefahr bei Stürzen und Lanzenstößen als auch den Gewichtsdruck, der auf dem Helmträger lastete. Beim Turnier wurde beim Anreiten der Kopf gesenkt um den Sehschlitz benutzen zu können. Kurz vor dem Zusammenprall wurde der Kopf gehoben um das Eindringen von Lanzensplittern zu verhindern und um die Abgleitwirkung der Helmform optimal nutzen zu können.

Seit der Regentschaft von Kaiser Friedrich III. erlangte der Stechhelm als Symbol des Bürgerwappens heraldische Bedeutung. Durch das Aufkommen des Plankengestechs um 1520 wurden sämtliche älteren Formen des Gestechs mitsamt der zugehörigen Ausrüstung verdrängt, doch findet der Stechhelm als Wappensymbol bis in die heutige Zeit weiterhin Verwendung.

Quellen und mehr informationen unter:

wikipedia.com