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Leonardo da Vinci
Der vitruvianische Mensch
(Feder und Tinte auf Papier, ca. 1490)

Kategorisierung & Farbkonzept

 

 

Gestaltung der Patientenaufklärung

"Ein Text (oder Bild) ist nicht dann vollkommen, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern dann, wenn man nichts mehr weglassen kann."
Antoine de Saint-Exupery

Die Gegenüberstellung der Zeichnungen von Leonardo da Vinci und Otl Aicher veranschaulicht, wie weit man in der Reduktion der Bildsprache gehen kann, ohne ihre tatsächliche Aussagekraft zu verlieren. So reicht es, ein paar Strichen einen Kreis hinzuzufügen um dieselbe Aussage zu treffen. Denn diese einfache Art der Darstellung reicht vollkommen aus, um unserem Gehirn zu suggerieren, dass es sich dabei ebenfalls um das Abbild eines Menschen handelt.

Sowohl das Zitat Antoine de Saint-Exuperys als auch der Bildansatz Otl Aichers dienen uns als Leitgedanken für die Entwicklung des Konzeptes zur Informationsvermittlung für Patienten. Die große Herausforderung besteht also darin, medizinisch komplexe Sachverhalte in einer stark reduzierten, einfachen und somit für jeden verständliche Form zu bringen. Hierzu stellen wir zunächst das Material zu den einzelnen Krankheitsbildern zusammen, komprimieren es und versuchen, nur das Wesentliche hervorzuheben. Anschließend haben wir uns Gedanken über das Erscheinungsbild gemacht und uns in der Form der Vermittlung für eine primär visuelle Sprache entschieden. Für die Vorgehensweise in der Heftgestaltung haben wir ein formales und inhaltliches Korsett entwickelt, welches auf diversen Vorgaben beruht.

1. Format
Ein praktische quadratisches Format des Heftes hat einen hohen Wiedererkennungswert und passt in jede Hosentasche.

2. Einfaches Layout
links Text - rechts Illustration

3. Kategorisierung & Farbkonzept
Die zu bearbeitenden Krankheitsbilder sind in sechs Hauptkategorien gegliedert. Jeder Kategorie ist ein Farbwert zugeordnet, der den Illustrationen im Font zugrunde liegt. Das schafft Ordnung, Orientierung und ebenfalls einen hohen Wiedererkennungswert.

4. Rubrizierung der Hefte
1. Adresse, Ansprechpartner und Vorwort des leitenden Arztes
2. Funktion
3. Erkrankung
4. Beschwerden
5. Untersuchung/Behandlung
6. Häufigkeit
7. Risiken & Nachbehandlung
8. Zusammenfassung
9. Lagebeschreibung des Abteilung/Impressum

5. Texte
Da wir nur über eine begrenzte Seitenanzahl verfügen, fassen wir uns im wahrsten Sinne des Wortes kurz. Zum besseren Verständnis verzichten wir weitestgehend auf Fremdwörter; wir benutzen Hauptsätze mit nicht mehr als einem Nebensatz und konzentrieren uns auf einen nüchternen, klar verständlichen und einfachen Sprachgebrauch.

6. Die Bildsprache
Da bekanntlich ein Bild mehr als 1000 Worte sagt, legen wir den Schwerpunkt auf die visuelle Wissensvermittlung von Inhalten. Hierzu gestalten wir einfache und aussagekräftige Grafiken, die das Abbild des Organs auf Wesentliches reduzieren. Sie wirken in ihrer abstrahierten und einfachen Darstellungsform sympathisch, nehmen die Angst und sorgen für ein schnelleres Verständnis komplexer Zusammenhänge auf Seiten des Patienten.